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TOP. Kolonialstadt Cartagena - Mountainbiken in der Region San Gil - Ameisen essen in Santander - Barichara & Guane - Route 64 San Gil-San Joaquin-Onzaga - Wandern & Bergsteigen im PN Cocuy.

(CB) Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt an den atlantischen und an den pazifischen Ozean. Im Südwesten sind die Nachbarstaaten Ecuador und Peru, im Südosten Brasilien, in Nordosten Venezuela und im Nordwesten, das seit 1903 von Kolumbien abgetrennte, Panama. Die westliche Hälfte Kolumbiens wird von den Anden dominiert, die in drei grosse Bergketten geteilt sind, die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere.

Die Einreise ist so einfach wie schon lange nicht mehr erlebt, innert wenigen Minuten ist der Einreisestempel für 90 Tage im Pass. Wir sind auch per Flugzeug und ohne Lenny eingereist. Südamerika ein neuer Kontinent auf unserer viaje, das wollen wir feiern! Mit einem kolumbianischen Kaffee, es ist ja auch erst Mittag, stossen wir noch am Flughafen auf unser 25. Reiseland an. Casa sweety heisst unsere Unterkunft und liegt im Getsemani Stadtteil mitten im Zentrum von Cartagena. Die Stadt mit den bunten Kolonialhäuser gefällt uns auf Anhieb sehr gut. Die vielen Restaurants und Essensstände bieten ein reichhaltiges Angebot und wir sind überrascht wie günstig die Preise sind. Wie in Kuba spielen die Kolumbianer Abends in den Strasse Domino. Rund um die Plaza Trinidad treffen sich Touristen und Einheimische - auch wir sind hier jeden Abend anzutreffen. Wir lernen andere Reisende kennen, wie Anna und Bastien aus Frankreich, oder Schweizer die auf Sprachurlaub sind, aber auch Argentinier und Venezolaner die im Urlaub sind. Eine andere Art von Unterhaltung bieten uns die vielen Strassenkünstlern, Michael Jackson mit Tanzeinlage, Zauberer, Tänzer, Clowns, Musiker, Zumba für Jedermann/frau, fast Alles wird geboten…

Das Geschäft mit den “Minuten“ läuft gut! Auf einem portablen Tisch liegen Handys an einer Kette befestigt die werden für Gespräche sozusagen “vermietet“ und pro Minute abgerechnet. Oder dann die vielen “Tinto“-Verkäufer, der Tinto - ein schwacher leicht süsslicher Kaffee der aus Thermoskannen in Plastikbechern zu jeder Tageszeit getrunken wird.

Auch für uns gibt es Einiges zu tun. Martin und Andy verbringen viele Stunden am Hafenzoll mit Papierkram bis fast zum verrückt werden. Nach drei Tagen ist endlich alles geregelt, die zwei Autos und die zwei Motorräder sind in Kolumbien eingeführt und zugelassen. Wir verabschieden uns gut gelaunt von Evgeny und Roman den zwei russischen Weltreisenden, deren Motorräder den Schiffscontainer mit Lenny und Zora geteilt haben. Sie fahren Richtung Quito, Ecuador und wir zum nahen Strand Baru, wo wir die Nacht verbringen wollen. Doch der bewachte Parkplatz ist alles andere als idyllisch, es liegt viel Müll herum und es riecht nach gelber Körperflüssigkeit. Augen zu und Durch-Schlafen! Am nächsten Morgen ist statt einer Dusche, schwimmen im türkisblauen Meer angesagt – auch keine schlechte Alternative oder? Der Strand ist schön und das Wasser klar, doch den Blick hinter die einfachen Restaurants lässt auch hier viel Müll sehen.

Weiter geht es an der Karibikküste entlang Richtung Nordosten nach Santa Marta. Die Strassen sind erstaunlich gut ausgebaut, dafür gibt's auch an etlichen Zahlstellen eine Maut zu bezahlen. Der Fahrstil der Kolumbianer ist furchterregend, sie überholen in den Kurven, wechseln ständig die Fahrbahn , überholen auch mal rechts und sind dabei nicht selten am Handy. Martins Nerven werden strapaziert. So etwa nach dem Motto: “Die Kunst des Autofahrens besteht darin am nächsten Montag noch zu leben“!

Wir sehen Dörfer die im Müll ersticken und können nicht verstehen, dass die Leute so leben können. Der Camping Los Angeles nahe des Tayrona National Park, offenbart sich dann wie eine Oase. Welch ein Gegensatz – noch eben der ganze Müll und dann ein “Luxuscamp“ am Sandstrand. Wir parken unter schattenreichen Palmen und hören Nachts nichts als das Meeresrauschen. Der kilometerlange Sandstrand ist einladend zum Spazieren, jedoch nur früh am Morgen, die Temperaturen sind tagsüber schlicht zu heiss. Durch die hohen Wellen und die starke Strömung ist es zu gefährlich um im Meer zu baden. So sitze ich am Strand und lasse mich von den Wellen umspülen, bis der Sand in den Haaren und Ohren klebt und es sogar zwischen den Zähnen knirscht!

Nächster Stopp ist Palomina, die Finca Escondida wird von einer Schweizerin und einem Österreicher geführt. Hier treffen sich viele Surfer und Reisende. Etwas weiter nördlich in Riohacha sind wir auf der Suche nach eine Tankstelle. Benzin wird an der Strasse in allen erdenklichen Gefässen zum Verkauf angeboten, zu super günstigen Preisen vom nahen Venezuela. Doch ob die Qualität auch für Lenny gut genug ist, ist uns doch zu unsicher – oft wird mit Wasser gepanscht. Wir wollen daher eine der wenigen offiziellen Tankstellen berücksichtigen. Auch bei denen sind die Preise noch auf rekordtiefem Niveau – siehe auch hier unter Rekorde.

Ein paar Kilometer nach Riohacha endet die Teerstrasse und geht abrupt in eine harte Sandpiste über. Wir sehen kein Auto, kein Lebewesen, alles ist ausgetrocknet, selbst die wenigen Kakteen sind ausgedorrt und am zerfallen, es weht ein leichter heisser Wind und die Temperatur steigt über 40 Grad. Wir fahren weiter laut GPS Richtung Nordwesten bis unsere Fahrt mittels einem gespannten Seil gestoppt wird. Vier dreiste Jungs und ihr noch dreisterer Vater mit Machete bewaffnet, fordern für das Weiterfahren per Strassensperre 10'000 Pesos, das sind ca. SFr. 3.-, ein. Wir erklären, dass wir nicht bezahlen wollen und diese Art und Weise um an Geld zu kommen überhaupt nicht unterstützen. Es kommt zu einem heftigen Wortgefecht, Martin hat auch schon mal die Machete griffbereit gemacht, die Situation ist aber heikel und wir entscheiden rechtzeitig und mit Vollgas den Rückwärtsgang einzulegen und wieder Richtung Teerstrasse und Zivilisation zu fliehen – was uns auch gelingt.

Auf der Fahrt Richtung Süden, werden wir immer wieder durch Militärkontrollen gestoppt. Sie fragen woher wir kommen und wohin wir fahren und lassen uns passieren. Venezuela hat wegen den vielen Benzin- und Warenschmuggel nach Kolumbien vor 10 Tagen die Grenzen zum Nachbar geschlossen. Es herrscht eine grosse Unruhe zwischen den zwei Ländern, daher beschliessen wir auch Venezuela zur Zeit nicht zu bereisen. Kurz vor der Eindämmerung finden wir unser Nachtlager zwischen hohen Kakteen. Die Temperaturen sind selbst in der Nacht noch immer so heiss, dass wir nicht schlafen können, der Schweiss rinnt sogar im Liegen!

Heute stehen wir sehr früh auf, wir wollen bis Aguachica fahren, noch besser bis in den Parque Natural Los Estoraques. Das liegt in den Bergen auf 1500 müM, da hoffen wir auf angenehmere Temperaturen. In einer grösseren Ortschaft legen wir einen Stopp ein um Bier und Wasser einzukaufen – what else. Die Angestellten des kleinen Supermarktes sind so begeistert von Lenny und unserer Reise, dass gleich die ganze Belegschaft ein Foto mit uns will und es später in Facebook teilt. Unsere ersten neuen Kolumbianische FB Freunde! Wir haben sie übrigens hier sogar als Titelbild dieses Berichts verewigt – irgenwie sinnbildlich für die Mentalität der KolumbianerInnen.

Im Estoraques geniessen wir dann endlich kühlere Temperaturen, die schöne Landschaft und die Ruhe. Zudem lernen wir auf dem Parkplatz, wo wir auch mit Lenny campen, die Kolumbianerin Karen und ihren Mann Christian in Begleitung ihres Freundes Tommy aus Finnland kennen. Spontan laden sie uns nach Ocaña ein, wo sie wohnen, um mit ihnen eine Kaffeefarm zu besichtigen. Als wir uns am nächsten Tag vor den Toren der Farm treffen, erfahren wir, dass sie keine Besucher mehr empfangen dürfen. So sitzen wir später bei Karens Verwandten, die einen grossen Truckstopp, mit Restaurant und Hotel  betreiben. Gemeinsam verbringen wir einen lustigen Abend mit viel Bier. Schlussendlich parkieren wir Lenny zwischen den Trucks und erhalten auch noch eine Gratis-Hotelübernachtung. Und wieder werden wir von der enormen Gastfreundschaft der Kolumbianer überrascht. Die freundlichsten Menschen der Welt? Auf jeden Fall sind die KolumbianerInnen schwer zu toppen! :-)

Auf dem Weg nach Bucaramanga wird an einem schönen Früchtestand an der Strasse auch frisches Joghurt und Käse zum Verkauf angeboten. Klaro stoppen wir und probieren die verschiedenen eigenproduzierten Joghurts aus Früchten, die wir noch gar nicht kennen, wie Lulo oder Guanaba. Nach unseren herzhaften Einkauf werden wir von den Besitzern Carolina und Alex spontan auf ein Bier eingeladen. Am Schluss waren es drei Runden, am Nachmittag um 14 Uhr und noch ohne Mittagessen im Bauch! Weiter und immer weiter mit solchen Erlebnissen geht es in Kolumbien, so zum Beispiel auf dem Dorfplatz von Mesa de los Santos. Ein Seitental des mächtigen Chicamocha Canyon. Es ist Sonntag und wir parken Lenny auf dem Dorfplatz. Nach einem, leicht überteuerten Mittagessen, setzen wir uns in der Park des Dorfplatzes. Dass die Kolumbianer gerne posieren und Fotos machen, wussten wir bereits. Doch dann werden wir Zeugen davon, wie sich ein Paar rund um Lenny in Pose stellt, einmal sogar mit der Hand schön am Schaufelgriff, welcher seitlich befestigt ist. Hätte er gewusst, dass wir diese zum Verbuddeln unserer menschlichen Verdauungsüberreste brauchen...?! Kaum öffnen wir die Autotüre um ihnen unser zu Hause zu zeigen, sind wir umringt von noch mehr neugierigen Kolumbianer. Wo wir denn schlafen, wo wir kochen, was wir denn so kochen – alles Mögliche wollen sie wissen. Fotos hier und da, von aussen, noch ein wenig in den Bus sitzen usw., bis es uns fast zu viel wird. Selbst die Ortspolizei mit ihrem Hund, namens Macho, zeigt sich interessiert und macht Bilder fürs Familienalbum. Unglaublich die Kolumbianer!

Endlich wieder mal Biken! Rund um San Gil und den Chicamocha Canyon kommen unsere Mountainbikes wiedermal richtig zum Einsatz. Wie wir es geniessen abends müde die Muskeln zu spüren. In dieser Region gefällt es uns so gut, dass wir da fast zwei Wochen verbringen und uns austoben. Martin wagt sogar das Chicamocha-Downhill in die riesige Schlucht hinunter... - siehe hier.

Mit gestärkter Kondition planen wir die Weiterreise zu den hohen Bergen des Parque National Natural Cocuy. Da gibt es 18 Berggipfel die vom ewigen Schnee bedeckt sind. Die Fahrt dauert über drei Tage, über etliche Pässe und durch viele kleine Dörfer, jedes mit einer imposanten Kirche im Zentrum. Dabei erleben wir wieder eine tolle Begegnung. Ein Kolumbianer ist per Fahrrad und mit schweren Plastiksäcken rechts und links am Lenker unterwegs. Dabei ist zu erwähnen, dass die Strasse nicht geteert ist und grobe Steine vorweist. Spontan nehmen wir sein Gepäck mit ins Auto und er fährt voraus in die Richtung wo er wohnen soll. Unterwegs stoppt er bei Freunden, wo er noch mehr Lebensmittel mitnimmt. Von ihnen werden wir auf einen Tinto eingeladen und erhalten einen Teller Mittagessen aus Rindfleisch, Kartoffeln und Yuka. Am Sonntag gibt die Kandidatin zur Bürgermeisterwahl, Sandra, ein Fest mit über 700 erwarteten Gästen. Dazu werden grad schnell noch zwei Kühe geschlachtet, die hier im Haus von mehreren Familien frisch zerlegt werden. Wir sehen ganze Beine aufgehängt, den Kopf mit Hörner in der Ecke stehen, das Fell zum Trocknen liegt draussen... Wieder unterwegs, beginnt es schon einzudunkeln als wir etwa 15 km weiter das Gepäck von unserem Fahrradfahrer Yon ausladen, sein Haus ist nicht zu sehen, er hat noch einen Fussmarsch von einer Stunde den Berg hinauf zu bewältigen! Ob wir ihm ein Paar Schuhe für seine Frau schenken können, fragt er als er meine Turnschuhe im Bus sieht. Seine offene und herzliche Art berührt uns so sehr, dass wir ihm ein Schweizer Sackmesser schenken, wir haben da immer so einen kleinen Vorrat für besondere Fälle mit dabei :-) Daraufhin übergibt er Martin aus seinem Portemonnaie, einen kleinen grüner Stein als Geschenk. Den habe er selber im Fluss gefunden, es sei ein Esmeralda. Esmeralda? Erst Tage später erfahren wir, dass es in dieser Gegend Smaragd-Minen (Esmeralda) gibt und wir nun stolze Besitzer eines solchen Edelsteins sind.

Güican liegt bereits auf 2900 müM, hier ist das Informationsbüro des Parque National El Cocuy. Bevor wir die Genehmigung zum Parkeintritt erhalten, müssen wir eine Kopie unserer Unfallversicherungspolice vorlegen – die wird dann auch genaustens geprüft und abgelegt. Dabei geht es vorallem um die Deckung einer allfälligen Bergung und den Rücktransport aus den Bergen, die ja dann bis zu 5400 Meter hoch sind. Nicht etwa per Helikopter – nein per Pferd, würden wir geborgen! Und die Deckungssumme der Versicherung müsste demzufolge auch mindestens etwa Sfr. 100.- Sein. Bei den Cabañas Kanwara auf 3986 müM haben wir einen schönen Stellplatz mit Sicht auf die schneebedeckten Berge, dies ist zugleich auch Lennys bisheriger Höhenrekord. Die Nächte sind angenehm kühl bei 3°C, wie lange ist es her, dass wir so gut geschlafen haben? Zur Akklimatisierung wandern wir zum Pass El Alto Del Padre und zurück. Wir staunen über die schöne Landschaft, die Farben, die Blumenvielfalt und fühlen uns wie zu Hause! Speziell die Frailejones, sie haben einen Stamm wie eine Palme, sind bis zu 1.60 Meter hoch, daraus spriessen Blumenstängel mit jeweils 3 gelben Blüten, die aussehen wie Augen. Die Blätter und die Blumen sind filzartig und erinnern uns an die heimischen Edelweiss, nur viel grösser. Am dritten Tag sind wir bereit für den zweit-, dritt- oder viertgrössten Berg Kolumbiens – da ist man sich nicht so einig, auch egal. Um 3 Uhr in der Früh starten wir mit Stirnlampen auf zum Ritak U'wa Blanko, der ist 5430 Meter hoch. Für mich ist es die erste Bergtour die ich in der Nacht starte. Zwei Stunden später setzt die Morgendämmerung ein, dabei ist der Anblick der Berge im Morgenrot besonders schön. Bevor es mit Seil und Steigeisen auf den Gletscher geht, stärken wir uns mit Käse und selbstgebackenem Brot. Meter um Meter steigen wir im Schnee höher, das Atmen und die Schritte fallen zunehmend schwerer. Die Sicht ist gut und lässt die Gletscherspalten gut erkennen, zumindest die, welche nicht zugedeckt sind. Es ist 11 Uhr als wir den Vorgipfel auf 5301 müM erreichen. Zwar fehlen noch gut 100 Höhenmeter bis zum Ziel, doch die scheinen uns wegen der Spaltengefahr und der Temperaturzunahme im Tagesverlauf zu riskant. Ein Selfie, ein finnisches Schnäpsli, das haben wir damals von den Finnen in Ocana geschenkt gekriegt und ich habe es zu Martins Überraschung mit hochgeschleppt, zwei Getreideriegel und dabei glücklich und müde die Fernsicht geniessen. Was für ein Gefühl so hoch und so nah am Himmel zu sein! Gegen 16 Uhr sind wir völlig erschöpft zurück bei Lenny. Der Abstieg hat mehr Energie gekostet als erwartet. Wir beide mögen nicht mal ein Bier trinken – das soll was heissen. Wir wollen nur noch eine Dusche und etwas warmes zu Essen. Eine kalte Dusche bei 7 Grad Aussentemperaturen! Danke mein liebster Bergführer Martin, dass war ein einzigartiges Erlebnis. GPS-Daten und weitere Infos gibt’s auch in unserer Rubrik Singletrail Per Pedes.

Ich bin überrascht, dass auch am zweiten Tag der grosse Muskelkater ausbleibt. So können wir ja schon bald die nächsten Bergabenteuer in Angriff nehmen. Vorerst geniessen wir aber nochmals für einen Tag die Gesellschaft von Anna und Bastien. Die zwei sehr sympathischen Franzosen aus der Region Grenoble, hat es, wen wundert's, auch in die Berge verschlagen... Wir kennen sie schon von Cartagena und dann von ein paar gemeinsamen Tagen auf der Mesa De Los Santos und freuen uns auf das Wiedersehen.

Heute geht's mit Lenny noch in eine andere “Ecke“ des Cocuy-Nationalparks, genauer gesagt zur Hacienda La Esperanza, wo wir nochmals eine 6-stündige Wanderung zur Laguna Grande auf 4500 müM wagen. Wir kommen dem Pan de Azúcar sehr nahe, bewundern die glasklaren Lagunen und versuchen dem starken Wind und den tiefen Temperaturen standzuhalten. Abends harren wir mit warnen Kleidern und der Wolldecke draussen aus und warten bei wunderbarem klaren Himmel in einer Höhe von 3’560 müM auf die Mondfinsternis und den Blutmond – wir staunen und sind entzückt.


Kolumbien du überrascht uns, was du uns an Vielseitigkeit bietest – wir haben uns in Dich verliebt!

@alle Leser, Familie, Fans und Freunde: es geht uns gut!

59 REISEBERICHT

Kolumbien 1/2 - zu Besuch bei den freundlichsten Menschen der Welt?!

21/08/15 - 28/09/15

39 Tage.

2166 km.

ROUTE. Cartagena-Isla Baru-Santa Marta-Riohache-Manaure-Ocana-Bucaramanga-Los Santos-San Gil-Barrichara-San Gil-San Joaquin-Soata-Guican-Cocuy.

Hier alle Fotos zum Bericht und die gesamte Reisekarte.

TOP. Villa De Leyva - Caverna De Los Guácharos im Río Claro - Jardin, das schönste Dorf Kolumbiens - Route Salento-Toche-Ibagué – Wandern im Tierradentro - Markt in Silvia – Laguna Verde.

(CB) Von den hohen Bergen geht es wieder runter ins Stadtleben. Villa De Leyva liegt auf angenehmen 2'140 Metern Höhe. Hier scheint die Zeit wie stehen geblieben zu sein. Es gibt kein einziges hohes modernes Gebäude, nur einstöckige, eng aneinander gebaute Häuser, alle in weisser Farbe. Die Strassen rund um die grosse Plaza sind noch immer aus Kopfsteinpflaster. Gemütlich schlendern wir durch die hübschen Gassen, schmausen in der Pasteleria Francesa bei einem Kaffee süsses Gebäck, trinken dann ein Bier auf der grossen Plaza und schliessen den Tag mit einem feinen Nachtessen ab. Am Samstag ist Markttag, natürlich sind auch wir da anzutreffen. Die Auswahl an Früchten, Gemüsen und vor allem viele verschiedene Kartoffeln ist riesig. Ich liebe es das Treiben zu beobachten, dann selber in das Gewühl einzutauchen, ein Stück Avocado hier, eine Erdbeere da zu probieren, dann um den Preis zu feilschen und einzukaufen.

Am nächsten Tag machen wir uns zu Fuss zum Teracotta Haus, es liegt am anderen Ende der Stadt. Der 30-Minütige Fussmarsch wird zur genervten stündigen Sucherei, die Beschilderung ist so schlecht, dass wir beinahe zweimal daran vorbeilaufen! Das Flintstone Haus, wie es auch von den Einheimischen genannt wird, hat der Architekt Octavio Mendoza ausschliesslich von Hand aus Lehm gebaut und an der Sonne gebrannt.

Zurück in unserer Hostel treffen wir auf die zwei Motorradfahrer Feli und Heinz. Die gebürtigen Deutschen leben seit über 20 Jahren in Kanada und haben sich ein Jahr Auszeit genommen. Sie reisen von Kanada bis Feuerland. Gemeinsam verbringen den gemütlichen Abend beim Nachtessen und tauschen Reiseerlebnisse aus. Reisende hier.

Rio Claro, ist uns von einer Kolumbianerin empfohlen worden, es ist ein Naturschutzgebiet mit dem Klima des Amazonas. Im Informationsbüro werden wir persönlich vom Manager begrüsst, nicht weil wir bereits eine Berühmtheit in Kolumbien wären, nein Jesus ist in der Schweiz geboren und ist kolumbianisch-schweizerischer Doppelbürger. Hier wird uns ein reichliches Angebot an Touren geboten, Wildwasser-Rafting, Klettersteig, Höhlenbesichtigung, Baumwipfeltouren. Die Kolumbianer reisen gleich in ganzen Gruppen an und buchen verschiedene Touren. Wieso wir eigentlich nicht auch? Für einmal machen wir auf Touri und wollen wieder mal ausprobieren, ob uns sowas zusagt! Schon kriegen wir ein farbiges Armband, sind Teil der Gruppe «Caverna» und steigen mit Helm, Taschenlampe und Schwimmweste in die Höhle. Das Abenteuer beginnt mit einer kurzen Wanderung über moosbewachsene Steine durch den Regenwald. Kurz vor dem Eingang steigt der Weg an, es ist heiss und schwül. Angenehm kühl wird es erst in der Höhle. Im Licht der Stirnlampe klettern wir über Steine und stehen dabei immer mit den Füssen im Wasser. Langsam dringen wir immer weiter in die Tiefe dieser Höhle vor. Dann stehen wir vor einem Wasserpool, ein Sprung ins kühle Nass wird gefordert! Wir Schwimmen, Klettern, Rutschen... In der Gruppe feuern wir uns gegenseitig an und bei jedem Sprung wird der Spass noch grösser, das Adrenalin tut sein Übriges. Wenig Wasser fliesst auch ständig von oben in die Höhle hinein und formt dadurch die Felsen in schöne Formationen. Plötzlich hören wir grelle Geräusche, wie ein Pfeiffen. Die Tonlage ist so hoch, dass es in den Ohren schmerzt. Was ist das? Im Licht der Lampen entdecken wir die Guácharo's – eine Mischung aus Vogel und Fledermaus. Diese einzigartige Vogelart kommt übrigens nur im nördlichen Teil Südamerikas vor und es ist für uns sehr aussergewöhnlich sie beobachten zu dürfen. Lichtstrahlen weisen auf das Ende der Höhle hin - schade ich hätte noch länger bleiben können. Schwimmend überqueren wir den Fluss Rio Claro und laufen zu Fuss zurück. Das war genial.

Der Monolith Piedra Peña liegt nahe der Stadt Medellin und ist daher ein beliebtes Ausflugsziel. Obwohl wir an einem Wochentag hier sind, ist der Parkplatz so überfüllt, dass wir nicht bleiben wollen. Wir suchen uns für die Nacht ein ruhiges Plätzchen am Stausee und entscheiden tags darauf schnell wieder wegzukommen.

Hört man Medellín, denkt man vor allem an Pablo Escobar, den mächtigsten und brutalsten Drogenbaron der 80er Jahre. Die Stadt war bis zu seiner Ermordung im Jahre 1993 in seiner Hand, für Touristen viel zu gefährlich und hatte wohl zurecht den unrühmlichen Ruf die gefährlichste Stadt der Welt zu sein. Heute ist davon nichts mehr zu spüren. Lenny steht sicher in der Garage des Hotels Monarca und wir nächtigen für günstige COP 50'000.— = ca. CHF 17.— je Nacht im Doppelzimmer. Medellín liegt auf 1’500 müM und gilt dank des angenehmen Klimas als Stadt des ewigen Frühlings. Mit Metro fahren wir in eins der vielen Zentren der Stadt und steigen dann mit der gleichen Fahrkarte auf die Seilbahn. In der Gondel sitzend, übrigens ein französisches Fabrikat, blicken wir für einmal statt auf ein Bergpanorama auf die vielen einfachen Wellblechbehausungen hinunter. Die Bahn wurde im Jahre 1995 errichtet und soll den Bewohner an den steilen Hängen der Armenviertel Santo Domingo und San Javier einen einfacheren Zugang ins Zentrum der Stadt und zur Arbeit ermöglichen. Mit dieser Idee soll die Lebensqualität steigen und die Kriminalität sinken – und das ist nachweislich passiert! Ein paar Jahre später, wird in einem anderen Armenviertel, in der Comuna 13, eine 384 Meter lange, in sechs Abschnitte unterteilte, Rolltreppe errichtet. Sie ist kostenlos und verkürzt den Bewohner den Weg in die Stadt, der vorher über hunderte steile Stufen führte, von 30 auf 6 Minuten. Genial oder? Wir sind fasziniert.

Heute tragen die Kolumbianer das gelbe Trikot, ihre Mannschaft spielt gegen Peru, genau, natürlich Fussball. Wir steigen aus der Metro und stehen auf einer Plaza wo Bier aus Einkaufswagen und einfachen Ständen zum Kauf angeboten werden. Spontan setzen wir uns auf zwei noch freie Plastikstühle und lassen uns von der fröhlichen Stimmung anstecken. Nach vier Bieren wird es an der Zeit etwas Festes in den Magen zu kriegen. Doch das Angebot gefällt mir nicht besonders, dafür Martin umso mehr, überall gibt es Pollo Frito, frittiertes Hühnchen. Die preisgünstige Comida Corriente, das typische Mittag- oder Abendessen, ist eine reichhaltige Gemüsesuppe, manchmal Eier und immer Reis, Bohnen, Arepas und Fleisch habe ich nach drei Tagen ziemlich satt! Da geniesse ich am letzten Abend die vorzügliche Pizza im leider teuren Viertel El Poblado gleich hoch vier! Nach vier Tagen im durchaus interessanten und heute friedlichen Medellín, an die mörderische Zeit der Drogenkartelle erinnern zum Glück nur noch die Museen, reisen wir weiter Richtung Süden.

Nach Jardin gelangen wir dank des Tipps von Jesus aus Rio Claro. Es ist Sonntagnachmittag und wir sitzen in einem der vielen Restaurant rund um den Hauptplatz und trinken genüsslich einen Tinto, den kolumbianischen Kaffee. Wir sitzen inmitten vieler Einheimischer, was uns sehr gut gefällt. Die Häuser sind auffallend schön gepflegt, in bunten Farben koloriert und die Balkone, Türen und Fensterrahmen akzentuiert. Rund um Jardin ragen sanfte grüne Hügel mit Kaffee- und Bananenplantagen empor. «How are You?», fragt mich beim Kaffee trinken ein rüstiger älterer Herr mit einem schelmischen Lachen! Mit diesen drei Worten sind dann aber Manuels Englischkenntnisse auch schon ausgereizt und wir wechseln auf Spanisch. Bald sind wir im lockeren Gespräch und seine Frau Matilde gesellt sich auch dazu. Unterbrochen werden wir zwischendurch nur durch das laute Klappern von Pferdehufen. Die Männer bieten hier eine Art „Macho-Show“. Meist ohne Sattel zeigen sie ihre eigene Art von Dressurreiten und ein paar Minuten später kippen sie einen Schnaps an der Bar. Das geschieht so lange bis sie nicht mehr selber auf dem Pferd sitzen können und von Freunden gestützt aus der Bar torkeln. Wobei zu erwähnen ist, dass ihnen eine Frau so richtig die Show klaut! Ob’s den Pferden auch gefällt, wohl eher nicht! Ich erzähle Matilde, dass ich selber Brot backe. Das stösst auf so viel Interesse, dass sie uns für Morgen zwecks einer gegenseitigen Brotbackvorführung zu sich einlädt. Daraus wird eine Einladung zum Mittagessen, eine Führung zu den lokalen Kaffeeplantagen, die Besichtigung einer Nespresso-Bohnenverarbeitung, ein weiteres Mittagessen mit Vogelbeobachtung im Garten von Bekannten und die Besichtigung der Gulupa-Plantagen im Familienbesitz – die Passionsfrüchte werden alle nach Deutschland exportiert. Während vier Tagen erleben wir die herzliche Gastfreundschaft dieser Familie. Der Abschied fällt schwer, eine kleine Träne rutscht mir über die Wange. So liebe Menschen werden mir immer in Erinnerung bleiben. Hier unser Eintrag in 1'000 Places und das Video von Jardin.

Salento liegt auf 1’895 Meter Höhe und ist für seine vielen Kaffeefarmen bekannt. Doch es ist uns nach dem schönen authentischen Jardin hier viel zu touristisch. Wir bleiben nur zwei Tage und fahren dann ins nahe Cocora-Tal, welches für seine Quindio-Wachspalmen bekannt ist. Mit bis zu 50 Meter gilt sie als die höchste Palmenart, sie wächst sehr langsam und kann bis zu 100 Jahre alt werden. An einer Wegbiegung sehen wir Mountainbiker mit Downhill Ausrüstung stehen. Der Zufall will es, dass uns just der Downhill-Champion von Kolumbien anspricht. 30 Minuten später ist Martin mit ihm und seinen Freunden auf dem Bike. Nach einer Stunde sind sie zurück per Autoshuttle und weil es so genial Spass macht, fahren sie noch einen weiteren Trail zusammen. Es ist schon spät Nachmittag als sich die Cracks voneinander verabschieden und wir uns einen Übernachtungsplatz suchen. Kurz vor der Abenddämmerung zieht Nebel ein und lässt die hohen Palmen mystisch wirken. Am nächsten Morgen werden wir beim Frühstück von einem Bauer begrüsst. Von seiner Farm die im Tal unten liegt, transportiert er auf zwei weiteren Pferden Kartonboxen gefüllt mit frischem selbstgemachten Käse. Sie sind für den Verkauf in Salento bestimmt und gelangen von hier per Milchmann ins Dorf. Wir können ein Stück erwerben und der schmeckt richtig lecker.

Etwas später fahren wir im kleinen Dorf Toche an einer Schule vorbei. Von der Strasse schauen wir in die Schulräume rein, die Kinder schauen neugierig zu uns raus und innert kurzer Zeit ist Lenny umringt von einem Dutzend Kinder. Jeder drängt sich um den besten Platz und will unser fahrendes zu Hause sehen. Wir amüsieren uns mit der Lehrerin prächtig!

Dieses Land ist an Vielseitigkeit echt nicht zu überbieten. Nach Meer, Bergen und Regenwald, folgt die Wüste Desierto De La Tatacoa. Selbst in der Regenzeit fällt hier kaum Regen, weil sie zwischen den beiden Gebirgszügen der Zentral- und Ostkordillere und am Fuss der Ostkordillere liegt. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 28°C und kann bis zu 50°C steigen. Da haben wir ja heute noch angenehme 32°C bei leicht bewölkten Himmel, trotzdem schwitzen wir und sitzen wie lahme Fliegen im Restaurant El Peñon De Constantino. Da schmunzelt das heimische Wirtepaar, als wir ihnen erzählen, dass bei uns die Schulen ab 35°C geschlossen werden, hier bei 20°C wegen Kälte!!

Stundenlang fahren wir über Holperpisten bis wir in Tierradentro ankommen, eine der wichtigsten archäologischen Fundstätten Kolumbiens. Über das Volk das hier zwischen 600 und 900 Jahre nach Christi gelebt hat, sind noch viele Fragen offen. In den bis zu 5 Meter tiefen Schachtgräbern wurden bis zu 100 Urnen ausgegraben. Die Wände der Kammern sind mit geometrischen Mustern in Weiss, Schwarz und Rot bemalt. Es gibt mehrere Ausgrabungsstätten, die verstreut auf mehreren Hügeln liegen. Ganze zwei Tage brauchen wir um alles zu besichtigen und steigen dabei nur in vereinzelte der vielen Gräber hinunter.  Nach so viel Bewegung sitzen wir gerne am späten Nachmittag in der Bar die gegenüber von unserem Stellplatz liegt und trinken einen Jugo «Tomate De Arbol». Die Frucht ist auch unter dem Namen Tamarillo bekannt, hat die Form wie ein Ei, ist gelblich oder rötlich und hat im inneren Kerne wie eine Tomate, schmeckt aber ganz anders und ist vor allem als frischen Saft einzigartig lecker.

Wir bleiben eine ganze Woche auf dem schönen Grundstück des Eco Parque Rayos Del Sol. Reisen kann ganz schön anstrengend sein und so war es auch mit der Fahrt über die Kordillere rüber in die Region von Popayan. Jeden Tag woanders, jeden Tag neue Eindrücke, da ist es uns wichtig zwischendurch ein paar Tage an einem Ort zu bleiben und so wieder zur Ruhe zu kommen und so dann wieder bereit für neue Eindrücke zu sein. Wir fahren mit dem Bus nach Popayan, auch weisse Stadt genannt und nach Silvia auf den Markt der jeden Dienstag stattfindet. Die Guambiano-Indianer, welche in der umliegenden Region von Silvia leben, verkaufen ihre landwirtschaftlichen Produkte auf dem Markt. Der Name stammt von Guambia, eine Tasche, in welcher die Wolle und die Spindel aufbewahrt werden. Die Frauen gelten als hervorragende Weberinnen. Es gelang ihnen, ihre Traditionen bis heute zu behalten. Die Männer tragen Röcke im knalligen blau, dazu dunkle Ponchos über den Schultern. Die Frauen kleiden sich mit weiten Röcken, blauen Tüchern, schmücken sich mit vielen weissen Perlenketten und tragen einen schwarzen Filzhut. Die Kinder werden oft in einem Tuch auf dem Rücken getragen – wie damals in Guatemala. Es ist noch früh am Morgen und es ist ein geschäftiges Treiben. Ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Kartoffelarten gibt, so viele Grössen und verschiedene Farben... Später sitzen wir mit vollen Einkaufstaschen mitten drin unter den Indios beim Almuerzo, dem Mittagessen. Ich bin überrascht wie offen sie mit uns ein Gespräch suchen.

Die Laguna Cocha soll der schönste See in Kolumbien sein und man soll da auch viele «Schweizer» Holzhäuser wie in den Alpen sehen können. Das sind hohe Versprechungen! Der erste Blick vom Mirrador an der Strasse, enttäuscht nicht. Ein tiefblauer See eingebettet in eine schöne Berglandschaft. Tatsächlich passieren wir etliche Chalets mit Blumen an den Balkonen wie bei uns. Wir stehen im Restaurant des Hotel Guamuez, an den dunklen Holzwänden hängen die legendären Stoffkalender, welche nach Ablauf des Jahres bei uns in der Familie als Geschirrtücher im Einsatz waren, die Vorhänge und Tischtücher aus rot-weiss kariertem Stoff, ein rustikaler Kamin steht mitten im Raum, nur die Frauenband mit Latino-Rhythmen erinnert daran, dass wir in Kolumbien sind. Auf der Speisekarte wird Käsefondue angeboten. Wir gönnen uns das Tagesmenü mit geräucherter Forelle, es schmeckt ausgezeichnet auch der Service des Personals ist wie im vier Sterne Hotel! Mitten in unserem Schmaus, werden wir von Eli & Gorm überrascht. Kennengelernt haben wir uns in La Paz auf der Baja California und seither haben wir uns nicht mehr gesehen. Die beiden sind mit ihrem «Little Blue Heartbreaker“, einem T2 Jahrgang 1973, auf Reisen. So sitzen wir später zu viert im Lenny, bis spät in die Nacht, tauschen Erlebnisse aus, reden über das Leben im VW Bus und über die Partnerschaft auf Reisen. Ein lustiger Abend geht viel zu schnell vorbei. Wir wünschen Euch weiterhin gute Fahrt in den Süden!

Die Bilder von der Laguna Verde, sind doch bestimmt manipuliert – kann ein See so eine grüne Farbe haben? Wir stehen auf dem Parkplatz vor dem Parkeingang, es ist bereits Nachmittag. Am nächster Morgen nach 8 Uhr wandern wir los, der Himmel ist noch leicht mit Wolken verhangen. 400 Meter höher und 1 Stunde 15 Minuten später ist der Aufstieg geschafft. Die Sonne scheint und die Farbe des Sees ist tatsächlich leuchtend grün. Ein Schwefelduft liegt in der Luft und der Schwefel ist auch der Grund für die tolle Farbe des Vulkansees. Unser Bild ist garantiert nicht farblich bearbeitet !

Eigentlich wären wir heute bereit nach Ecuador einzureisen, die Essensvorräte sind aufgestockt, den Wallfahrtsort Las Lajas besucht und trotzdem fahren wir wieder zurück Richtung Norden nach Chachagüi. Was ist passiert? Inspiriert von den tollen Bildern, von unseren Reisefreunden Veronika und Michael, in der Cordillera Blanco in Peru, befassen wir uns mit dem Wetter und damit auch mit der bevorstehenden Regenzeit in den kommenden Ländern. Es wäre doch sehr schade statt schöner Berge nur grau in grau zu sehen – so wie wir es teilweise in Alaska erlebt haben. Darum bleiben wir noch zwei Wochen in Kolumbien, reisen erst Mitte November nach Ecuador, um dann ab März zur «richtigen» Reisezeit in den hohen Bergen von Peru zu sein und vielleicht sogar die Chance zu haben, dem einen oder anderen die Ehre erweisen zu können. Wir werden sehen…

60 REISEBERICHT

Kolumbien 2/2 - Kaffee, Koks und andere Klischees.

29/09/15 - 17/11/15

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50 Tage.

2663 km.

ROUTE. Cocuy-Tunja-Villa De Leyva-Puerto Boyacà-Medellin-Jardin-Salento-Toche-Neiva-San Andrés-Silvia-Popayan-Purace-Pasto-El Encano-Túquerres-Potosi-Ipiales.

Hier alle Fotos zum Bericht und die gesamte Reisekarte.

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